BMW E36 M3 Compact - Doorboards

 

Und wieder einmal ein neues Fahrzeug und wieder muss Musik rein allerdings muss ich zugeben, dass ich diesmal irgendwie fast verzweifelt wäre am Anfang und beinahe keine Lust mehr gehabt hätte.

Mach wir uns ans Werk! Eins stand fest, diesmal wollte ich endlich mal geschlossene haben Dooboards haben! Ja ich habe Geschlossene mal gebaut für meinen Calibra, aber da er verkauft wurde, bevor er auf die Straße kam, so habe ich diese leider nie gehört.

Eigentlich wollte ich zwei mal Emphaser XT3 einbauen, allerdings sind diese so brutal tief, dass da eigentlich mit geschlossenem Gehäuse kaum einen Chance bestand, da die Doorboards zu weit in den Innenraum reingeragt hätten. Da ich noch ein Rainbow Doppelkombo habe, so habe ich diese mit den XT3 mal in einem Testgehäuse laufen lassen und muss sagen, klanglich spielen die Rainbow deutlich angenehmer als die XT3, die einfach nur laut und plump sind. Da ich auch schon einmal den Gedanken hatte mir X-ion von Audio - System zu holen und diese genau die gleiche Einbautiefe haben, wie die Rainbow, so hatte ich somit gleich vorgesorgt, falls ich später noch umrüsten möchte.

Los ging es mit der Suche nach gebrauchten Türverkleidungen, die ich für 40 Euro inkl. Versand günstig geschossen hatte, welche sogar noch dazu in gutem Zustand waren und fast zu schade um sie zu zerlegen. Wie immer geht es los mit abziehen des alten Leders

 

 

Den unteren Bereich habe ich stehen lassen um die Form zu behalten. Nachdem alles abgezogen war ging es ums Anpassen der Grundplatte. Viele haben sicher schon gesehen, dass einige z.B. auch Mr. Woofa anstatt einer Grundplatte mit GFK arbeiten um das letzte Fitzelchen an Volumen raus zu bekommen aus der Tür bei geschlossenen Gehäusen, aber das war mir persönlich einfach zu aufwendig, da es bei der Tür kaum was rauszuholen gibt (meiner Meinung nach), hierzu wäre es nämlich auch sinnig, die Tür auszubauen, was bei einigen sicher schon scheitert, das ganze mit Harz sicher nicht günstig und noch dazu eine riesen Sauerei ist, vor allem bis alles fest und stabil ist dauert es auch und geht mit einem Brett wesentlich schneller, günstiger und stressfreier!

(hier nur mal hinten dran gelegt)

 

 

Nachdem das Konstrukt soweit zufriedenstellend war ging es mit dem E-Tacker von Novus (kann ich nur empfehlen, ist ein sein Geld absolut Wert) weiter die Türpappe mit dem Holzkonstrukt zu verbinden

Kurz vor dem einharzen mit Polyesterharz noch die Lücken abgedeckt mit Stoff. Vorher natürlich noch eine Passprobe.

 

 

Nachdem alles soweit gepasst hat wurde das Ganze dann eingeharzt.

 

 

Ist alles satt eingeharzt und durchgetrocknet und nochmals laminiert wird aufgefüllt mit Spachtel um dem Ganzen seine Festikgeit zu geben. Leider habe ich kein Bild vom eingespachtelten Zustand und habe hier zur Sicherheit (obwohl alles normal absolut dicht sein sollte) mit Karrosseriedichtmasse rundherum eingeschmiert. (Lag noch im Keller und brauch ich normal nicht).

 

So sah das Ganze dann von hinten fertig aus.

 

 

Und so so von vorne.

 

 

Nun hatte ich freie Hand, wie der Aufbau aussehen konnte. Offen gestanden sind die Türpappen vom Compact etwas eigen und es dauerte eine Weile bis ich überhaupt eine Idee hatte, wie die Form sein sollte, denn selbst die Armlehne ist nicht Waagerecht sondern nach hinten aubfallen was das Ganze nicht so wirklich (optisch) einfach gemacht hat. Dann noch die Einschränkung, wie tief ich maximal rein konnte, denn ein gewisses Volumen brauchte ich schließlich auch. Also machte ich mir ein Paar Schablonen und bin am Ende zu dieser Form gekommen.

 

 

Um nicht zu tief rein zu kommen war schon recht wenig Platz, das Ganze sollte schlusendlich auch nicht zu wuchtig aussehen. Nachdem alles fixiert war, wurde rundherum mit Stoff bezogen.

 

 

Und einharzen

 

 

Nachdem alles gut durchgehärtet war ging es an das Abschneiden der überstehenden Kannten und das grobe Schleifen

 

 

Hier die erste grobe Spachtelschicht (normal macht man das mit Polyesterspachtel, ich hatte allerdings noch Tonnenweise alte Aluspachtel, die weg musste/sollte)

 

 

Nach dem nächsten Spachtel-/Schleifgang die Finishspachtel

 

 

Und hier dann alles fertig geschliffen und wie man sieht, habe ich hier auch schon das originale Lautsprecherloch geschlossen. Leider habe ich keine Bilder davon, wie ich das gemacht habe, aber zur kurzen Erklärung, von hinten wieder mit Stoff bezogen und eingeharzt. Von vorne dann einfach zugespachtelt und geschliffen.

 

 

Ernüchtern hat es leider nicht gepasst ich bin im Armaturenbrettbereich leider zu schräg gekommen und hätte es mehr abfallen lassen müssen, daher ging die Tür nicht zu... aber hätte es eingebaut ausgesehen

 

 

Das, was nicht gepasst hat, habe ich kurzerhand rausgeschnitten und neu laminiert

 

 

Endlich passte es

 

Hier noch eine Idee, die ich mit einarbeiten wollte ins Leder (Logo)

 

 

Gleich vorweg, der nächste Schritt ist weder günstig noch darf man diesen unterschätzen! Hier gab es Situationen bei denen ich schon fast kein Bock mehr hatte!

 

Generell war geplant zu beziehen, allerdings hatte ich anfänglich etwas Startschwierigkeiten angefangen mit bescheidenem Leder bis hin zum falschen Kleber und habe mehrmals den Kleber wieder mühsame entfernen dürfen. Da hier schon einiges an Geld für Leder und Kleber drauf ging habe ich zwischenzeitlich google nach Alternativen bemüht, es gibt wohl auch Farbe, die man lackieren kann und mit einem Aktivator später eine Struktur wie Leder bekommt und sich angeblich sogar so einfühlen soll. Da ich jedoch hierzu die komplette Tür dann so bearbeiten hätte müssen, dass ich sie lackieren hätte können und die Farbe pro KG knapp 80 Euro kosten hätte sollen, was laut Angaben sehr knapp hätte werden können wollte ich sie beledern lassen.

 

Fast erfolglos schaltete ich eine Anzeige in eBay-Kleinanzeigen, jedoch entweder zu weit weg oder die Leute haben einfach nicht verstanden was Sache ist, sprich Text nicht richtig gelesen oder was weiß ich, daher wurde es mir irgendwann zu blöd und habe es dann doch selbst gemacht. Ein Sattler selbst wollte utopische Preis von knapp 1000 Euro pro Tür!!!!

Ich habe absolut top Leder gefunden, welches sich echt super verarbeiten lies (bielastisches Leder in top Qualität) und CHP Kleber, zwar teuer aber sein Geld wert. Lackierpistole hatte ich eh und Kompressor, von daher kein Problem.

Also ran und das Leder großzügig zurecht geschnitten, Kleber angemischt nach Verhältnisangabe und mit Aceton verdünnt. Pro Tür gingen 600ml CHP Kleber drauf, was extrem eng wurde, da die Tür groß ist bei einem Coupe und das Leder enorm viel Kleber aufgesaugt hat.

 

Nachdem alles ordentlich getrocknet war ging es ans verkleben und das ist bei dem Kleber eben top... der klebt nur dann, wenn er "aktiviert" wird durch "Hitze", sprich Ihr braucht einen Heißluftfön und HANDSCHUHE! Ich hatte am Anfang gedacht, dass ich das so hin bekomme und habe mich dann doch recht schnell umentschieden und welche angezogen man war das heiß.

 

Und hier das Ergebnis.

 

 

Ich denke das Ergebnis überzeug auch wenn ich kein Sattler bin. Die Rundungen sind auch top geworden, kein Falten, nichts! Ich bin absolut zufrieden!

 

Jetzt noch eine Abdeckung gebaut und bezogen (liegt hier nur drauf)

 

 

Und hier im eingebauten Zustand

 

 

 

Vom geschlossenen Volumen her bewegen wir uns bei ca. 10 - 12 Liter die ich daraus zaubern konnte. Die Rainbows klingen darin einfach unglaublich. Hatte diese jetzt schon einmal in meinem gelben Compact und direkt in die Tür spielen lassen, aber was die leisten in diesem Gehäuse ist einfach unglaublich und das sogar aktuell noch ohne Dämmwolle, trotz der Herstellerangaben.

 

Ich bin absolut begeistert von der Optik und vom Klang.

 

Viel Spaß beim Nachbauen!